Heft 2, Jg. 68, 2016

Abhandlungen

Wer ist in Deutschland willkommen? Eine Vignettenanalyse zur Akzeptanz von Einwanderern.

Christian S. Czymara · Alexander W. Schmidt-Catran
KZfSS, 68, 2016: 193–227

Zusammenfassung: Vor dem Hintergrund der aktuellen Einwanderungswelle untersuchen wir in dieser Vignettenstudie, welche Einwanderer in Deutschland akzeptiert werden und welche Rechte ihnen von der einheimischen Bevölkerung zuerkannt werden. Dabei unterscheiden wir zwischen einem generellen Aufenthaltsrecht, dem Recht auf Arbeit und dem Recht auf Sozialleistungen. Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Akzeptanz von politisch verfolgten Personen deutlich höher ist als die Akzeptanz von Personen, die aus ökonomischen Motiven einwandern, dies gilt insbesondere für den Sozialleistungsbezug. Gleichzeitig legen unsere Analysen nahe, dass es eine deutliche Präferenz für Einwanderer mit hoher Humankapitalausstattung und geringer kultureller Distanz gibt. Individuelle Arbeitsmarktkonkurrenz scheint für die Akzeptanz von Einwanderern dagegen eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Schlüsselwörter: Faktorielles Survey · Vignettendesign · Migration · Migranten · Einwanderung · Flüchtlinge · Geflüchtete · Asyl · Kulturelle Bedrohung · Ökonomische Bedrohung · Gruppenkonflikte · Deutschland

Who is welcome in Germany? A Vignette Study on the Acceptance of Immigrants

Abstract: Germany is currently experiencing a huge inflow of migrants. In this vignette study, we analyze how much different kinds of migrants are accepted in Germany. We investigate three different rights for migrants: the right to stay in Germany, the right to work in Germany and the right to receive social benefits. Our results show that people who flee from political persecution are much more accepted compared to migrants who come because of economic reasons. This is particularly true for the right to receive social benefits. On the other hand, our results suggest that there is a strong preference for high-skilled and culturally non-distant migrants. Concerns regarding individual competition on the job market seem to play only a minor role.

Keywords: Factorial survey · Vignette study · Migration · Immigrants · Refugees · Asylum seekers · Group threat · Group conflict · Cultural threat · Economic threat · Germany

Christian S. Czymara
Cologne Graduate School, Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln
E-mail: czymara@wiso.uni-koeln.de

Alexander W. Schmidt-Catran
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln, Deutschland
E-mail: alex@alexanderwschmidt.de

Veränderte Kontinuität. Berufseinstiegsverläufe von Ausbildungsabsolventen in Westdeutschland seit den 1980er Jahren

Christian Brzinsky-Fay · Christian Ebner · Holger Seibert
KZfSS, 68, 2016: 229–258

Zusammenfassung: Trotz tiefgreifender wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte besucht noch immer ein erheblicher Anteil der Schulabgänger in Deutschland eine duale Berufsausbildung. Die Stabilität dieser Bildungsinstitution wirft die Frage auf, ob und wie sich Erwerbseinstiege von Lehrabsolventen in dieser Zeit verändert haben. Mit Hilfe der Methode der Sequenzanalyse werden prozessproduzierte Längsschnittdaten des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung ausgewertet. Es zeigt sich, dass das sogenannte Standardmuster, also der direkte Einstieg und Verbleib in der Ausbildungsfirma in Vollzeit, heute
wie früher nicht der Regelfall war. Seit den 1980er Jahren ist zudem eine leichte Tendenz zum früheren Verlassen des Ausbildungsbetriebes festzustellen. Gleichzeitig bleibt Beschäftigungs-kontinuität erhalten und Absolventen arbeiten häufiger in Teilzeit. Am ehesten ist das Standardmuster noch bei Absolventen von Großbetrieben vorzufinden. Während Frauen besonders häufig im Anschluss an die Ausbildung in Teilzeit arbeiten, zeigen sich ungünstigere Erwerbseinstiegsverläufe mit längeren Phasen von Arbeitslosigkeit vor allem bei der Gruppe der Ausländer.

Schlüsselwörter: Berufsausbildung · Duales System · Zweite Schwelle · Erwerbseinstieg · Sequenzanalyse

Altered Continuity. Labour Market Entries of Apprentices in West Germany since the 1980s

Abstract: Despite profound economic and social changes in recent decades, many school leavers in Germany still go through the dual system of vocational training. The stability of this educational institution raises the question of whether, and if so how, apprentices’ entries into employment have changed in this period. Applying the method of sequence analysis, we look at process-produced longitudinal data from the Institute for Employment Research (IAB). It can be shown that the socalled standard pattern, that is the immediate hiring by the training firm on a fulltime basis, has not been the norm at any time. Since the 1980s, we have observed a slight tendency for apprenticeship graduates to leave their training firms early. At the same time, continuation of employment within the training firm persists, and apprentices more frequently work part-time. We find the standard pattern of labour market entry to be most prevalent in large firms. Whereas women very often work part-time after their apprenticeships, foreign-born apprentices in particular suffer from disadvantageous labour market entry patterns, including longer periods of unemployment.

Keywords:  Vocational education and training · Dual system of apprenticeship · Labour market entry · Sequence analysis

Christian Brzinsky-Fay
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB)
Reichpietschufer 50, 10785 Berlin, Deutschland
E-mail: christian.brzinsky-fay@wzb.eu

Christian Ebner
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln
Greinstr. 2, 50939 Köln, Deutschland
E-mail: ebner@wiso.uni-koeln.de

Holger Seibert
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Friedrichstr. 34, 10969 Berlin, Deutschland
E-mail: holger.seibert@iab.de

Profitieren Kinder mit Migrationshintergrund von pädagogischen Fachkräften mit Migrationshintergrund?

Martin Neugebauer · Oliver Klein
KZfSS, 68, 2016: 259–283

Zusammenfassung: Der Beitrag prüft die Annahme, ob eine stärkere Präsenz von pädagogischen Fachkräften mit Migrationshintergrund in Kindertagesstätten dazu beitragen kann, ethnische Bildungsnachteile auszugleichen und so frühzeitig zu mehr Chancengerechtigkeit beizutragen. Dazu werden Kinder mit Migrationshintergrund, die von Fachkräften mit Migrationshintergrund erzogen werden, mit solchen verglichen, die nur mit einheimischen Fachkräften konfrontiert sind. Als Ergebnisvariablen werden schulische Vorläuferkompetenzen in den Bereichen deutsche Sprache, Mathematik und Naturwissenschaften analysiert sowie die Sozialkompetenz der Kinder. Darüber hinaus untersucht der Beitrag den Kontakt der Eltern zur Kindertagesstätte, um zu prüfen, ob zugewanderte Eltern enger mit Einrichtungen zusammenarbeiten, in denen pädagogisches Personal mit Migrationshintergrund beschäftigt ist. Propensity Score Matching-Analysen auf Basis der Kindergartenkohorte des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zeigen, dass die Kinder bei Fachkräften mit Migrationshintergrund, entgegen der Annahme, keine höheren Kompetenzen erreichen; ebenso wenig zeigen sich positive Effekte bei der Zusammenarbeit mit zugewanderten Eltern. Mehr Fachkräfte mit Migrationshintergrund werden die ethnischen Bildungsnachteile kaum reduzieren.

Schlüsselwörter: Bildungsungleichheit · Kindergarten · Migration · Fachkräfte mit Migrationshintergrund

Do migrant children benefit from migrant teachers?

Abstract: This paper tests the assumption that a stronger presence of migrant teachers in preschool can help to reduce ethnic disadvantages and contribute to more equality of opportunity. To this end, migrant children who are taught by teachers with a migration background are compared to those who are confronted with only autochthonous teachers in their day-care centre. The outcome variables include competencies in German language, mathematics, science, as well as social competencies of the children. In addition, the study investigates the contact frequency of migrant parents with the day care centre to test whether contact is enhanced in centres which employ migrant teachers. Contrary to expectations, propensity score matching analyses based on the Kindergarten cohort of the German National Educational Panel Study (NEPS) show that migrant children do not achieve higher competencies when being taught by migrant teachers. Similarly, contact to migrant parents is not improved. More teachers with a migration background will hardly reduce ethnic disadvantages in educational outcomes.

Keywords: Educational inequality · Preschool · Migration · Minority teachers

Martin Neugebauer
FB Erziehungswissenschaften und Psychologie, Freie Universität Berlin
Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin, Deutschland
E-mail: martin.neugebauer@fu-berlin.de

Oliver Klein
MZES, Universität Mannheim, Deutschland
E-mail: oliver.klein@mzes.uni-mannheim.de

Transmission ehrenamtlichen Engagements im Elternhaus – Ergebnis von Sozialisation oder Statustransmission?

Belit ¸Saka
KZfSS, 68, 2016: 285–307

Zusammenfassung: Ziel des Beitrages ist es, das Ausmaß der Weitergabe des ehrenamtlichen Engagements im Elternhaus aufzuzeigen und die dahinter stehenden Mechanismen aufzudecken. Eine mögliche Erklärung der intergenerationalen Transmission geht aus der Sozialisationshypothese hervor, die besagt, dass Eltern während den formativen Jahren ihrer Kinder (14 bis 17 Jahre) mit ehrenamtlichem Engagement Rollenmodelle darstellen, die von ihren Kindern imitiert werden und nachhaltige Wirkungen auch im späten Lebensverlauf entfalten können. Andererseits ist ehrenamtliches Engagement ressourcenabhängig. Eltern ermöglichen ihren Kindern Zugang zu ihren Ressourcen und geben somit ihren Status an die Kinder weiter, was sowohl das elterliche Engagement als auch das Engagement ihrer Kinder im jungen Erwachsenenalter beeinflussen kann. Die vorliegenden Analysen auf Basis der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (1984–2011) zeigen einen deutlichen Zusammenhang zwischen ehrenamtlichem Engagement der Eltern in der Vergangenheit und dem aktuellen Engagement ihrer Nachkommen im jungen Erwachsenenalter. Dieser Zusammenhang bleibt auch unter Kontrolle der eigenen und elterlichen Statusvariablen nahezu unverändert. Somit liefert die Analyse Bestätigung für die direkte Transmission durch Sozialisation im Elternhaus. Die Hypothese der Statustransmission kann nicht bestätigt werden.

Schlüsselwörter: Intergenerationale Transmission · Ehrenamtliches Engagement · Lebensverlauf · Sozialisation · Soziales Lernen · Statustransmission · SOEP

Intergenerational Transmission of Volunteering – Socialization and Status Transmission Effects Disentangled

Abstract: This paper focuses on the extent and mechanisms of intergenerational transmission of volunteering in Germany. A possible explanation of intergenerational transmission of volunteering is based on the influence of parental socialization during formative years of adolescence (aged 14–17 years). Respectively, parents can set role models by volunteering themselves which can be observed and imitated by their children due to social learning process which may have long lasting effects even after leaving parental home. However, social, cultural and financial resources provided by parents can also facilitate or impede volunteering. The social status of parents can influence the volunteering of parents as well as the children, and serve insofar as mediator of intergenerational transmission processes and respectively may overlap the socialization effect. Drawing on the German Socio Economic Panel Data (1984–2011) this study aims to disentangle socialization and status transmission processes. The analysis shows a clear positive correlation between parental volunteering during the formative period of its children and young adult’s volunteering now, even controlling for parental and children’s education and social status of parents. Thus, the results are consistent with socialization hypothesis and do not support the status transmission hypothesis.

Keywords: Intergenerational transmission · Volunteering · Life course · Socialization · Social learning · Status transmission · SOEP

Belit Şaka
Institut für Soziologie, Universität Duisburg-Essen/Campus Duisburg,
Lotharstr. 65, 47057, Duisburg, Deutschland
E-Mail: belit.saka@uni-due.de

Spracherhalt oder Sprachverlagerung? Erstsprachgebrauch und Zweitsprachkompetenzen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Bernadette Strobel · Julian Seuring

KZfSS, 68, 2016: 309–339

Zusammenfassung: Geringere Zweitsprachkompetenzen bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund werden häufig mit einer herkunftssprachlichen Kommunikation innerhalb der Familie in Verbindung gebracht. Der vorliegende Beitrag erweitert den bisherigen Fokus. Er beschreibt den Sprachgebrauch in weiteren alltagsrelevanten Kontexten über drei Zuwanderergenerationen hinweg und untersucht, wie dieser mit den Zweitsprachkompetenzen zusammenhängt. Die Verwendung der Zweitsprache wird über den damit einhergehenden Zugang und eine erhöhte Lernmotivation mit den Deutschkompetenzen verknüpft. Anhand der Daten des Nationalen Bildungspanels lässt sich zeigen, dass die Herkunftssprache mit den Eltern häufiger verwendet wird als mit Geschwistern. Mit Peers wird überwiegend Deutsch gesprochen, während sich beim Medienkonsum eine komplementäre Nutzung beider Sprachen abzeichnet. Türkischstämmige Jugendliche verwenden in allen Kontexten häufiger die Herkunftssprache als diejenigen aus Polen oder der ehemaligen Sowjetunion. Wird mit den Eltern ausschließlich Deutsch gesprochen, dann auch meist in allen anderen Kontexten. Jugendliche mit einer nicht-deutschen Elternsprache variieren hingegen stark hinsichtlich des Sprachgebrauchs in weiteren Kontexten. Die mit der Familiensprache assoziierten Sprachdefizite können durch den Deutschgebrauch mit Peers reduziert werden.

Schlüsselwörter: Sprachgebrauch · Zuwanderer · Zweitsprachkompetenzen

Language retention or language shift? First language use and second language competencies among immigrant youth

Abstract: Immigrant youth’s disadvantages in second language proficiency are often linked to first language use within the family. Extending the scope of previous studies this paper additionally examines language use across three generations in further contexts of everyday live and examines how these patterns relate to second language competencies. Proficiency in the second language is seen as the result of varying exposure structures and learning motivation. Using data of the German National Educational Panel Study the analyses reveal that the first language is more often used with parents than with siblings. Adolescents predominantly use German to communicate with peers, but use media in both languages. Among pupils from Turkey first language use is more pronounced across all contexts than among pupils from Poland or the former Soviet Union. If German is the only language of communication with parents, this usually applies to other contexts as well. Adolescents who talk in a foreign language to their parents differ significantly with respect to their language use in further contexts. Using German with peers reduces linguistic deficits which are related to a non-German family language.

Keywords:  Language use · Immigrants · Second language proficiency

Bernadette Strobel
Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Sozialstrukturanalyse
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Feldkirchenstr. 21, 96052, Bamberg
E-mail: bernadette.strobel@uni-bamberg.de

Julian Seuring
E-mail: julian.seuring@uni-bamberg.de

Wie Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse unsere materielle Zufriedenheit beeinflussen. Ein Erklärungsversuch der materiellen Wohlfahrtsdivergenz zwischen Ost- und Westdeutschland

Simone M. Schneider
KZfSS, 68, 2016: 341–367

Zusammenfassung: Es ist hinreichend belegt, dass äußere Lebensumstände unsere Zufriedenheit beeinflussen. Unklar dagegen ist, welche Prozesse oder auch Mechanismen diesem Zusammenhang zugrunde liegen. Dieser Beitrag untersucht den Stellenwert von Wahrnehmungs- und Bewertungsprozessen für die Erklärung des Zusammenhangs zwischen Einkommen und materieller Zufriedenheit. Auf Basis repräsentativer Umfragedaten aus dem Jahr 2006 wird für Deutschland mit Hilfe eines Mediationsmodells gezeigt, dass der Einfluss des Einkommens auf die materielle Zufriedenheit zumindest partiell auf Unterschiede in der Selbstwahrnehmung der eigenen Position im sozialen Hierarchiegefüge wie auch der Gerechtigkeitsbewertung des eigenen Einkommens zurückzuführen ist. Unterschiede in der Zufriedenheit zwischen Ost- und Westdeutschland lassen sich vollständig durch divergente Wahrnehmungs- und Bewertungsmuster erklären. Die Ergebnisse unterstreichen die soziologische Relevanz kognitiver Mechanismen und empfehlen ihre verstärkte Integration in die empirische Umfrageforschung.

Schlüsselwörter: Zufriedenheit · Mechanismen · Selbstwahrnehmung · Distributive Gerechtigkeit · Mediationsmodell

How perception and evaluation processes affect material satisfaction. An explanation of the divergence in material wellbeing between East and West Germany

Abstract: There is ample evidence that shows external circumstances affect our level of satisfaction. Unclear, however, is which processes or mechanisms underlie this relationship. This article examines the importance of perception and evaluation processes for explaining the relationship between income and material satisfaction. The analyses are based on representative survey data from 2006 for Germany and mediation models are employed. The results show that the influence of income on material satisfaction is at least partially explained by differences in the self-perception of the position within the social hierarchy as well as the justice perception of income. Differences in material satisfaction between East and West Germany are fully explained by regionally divergent perception and evaluation patterns. These findings demonstrate the sociological relevance of cognitive mechanisms and support the integration of these mechanisms within empirical survey research.

Keywords:  Satisfaction · Mechanisms · Self-Perception · Distributive Justice · Mediation Modeling

Simone M. Schneider
Sociology Department Trinity College Dublin
3 College Green, Dublin, Ireland
E-Mail: sschneid@tcd.ie

Literaturbesprechungen

Soziologische Theorie

  • Fitzi, Gregor: Grenzen des Konsenses. Rekonstruktion einer Theorie transnormativer Vergesellschaftung (Volker Kruse)

Soziologie der Wissenschaftselite

  • Möller, Christina: Herkunft zählt (fast) immer. Soziale Ungleichheiten unter Universitätsprofessorinnen und -professoren (Karl Ulrich Mayer)
  • Graf, Angela: Die Wissenschaftselite Deutschlands. Sozialprofil und Werdegänge
    zwischen 1945 und 2013 (Karl Ulrich Mayer)

Soziologie der Gewalt

  • Aljets, Enno: Paul, Axel T., und Benjamin Schwalb (Hrsg.): Gewaltmassen. Über Eigendynamik und Selbstorganisation kollektiver Gewalt (Lotta Mayer)

Wirtschaftssoziologie

  • Kranebitter, Diaz-Bone, Rainer: Die „Économie des conventions“. Grundlagen und Entwicklungen der neuen französischen Wirtschaftssoziologie (S. Münnich)

Ökonomische Ungleichheit und Ethnie

  • Haller, Max (unter Mitarbeit von Anja Eder): Ethnic Stratification and Income Inequality
    around the World. The End of Exploitation and Exclusion? (Gerd Nollmann)

Nachrichten und Mitteilungen

Ankündigungen

Empirische Sozialforschung. Bochumer Summer School 2016 mit fünf Workshops. 24. – 27. August 2016, Ruhr-Universität Bochum.

Methoden der empirischen Sozialforschung bilden in allen sozialwissenschaftlichen Fächern ein Kernelement der curricularen Ausbildung. Studierende vermissen hierbei aber oftmals eine vermittelnde Nähe zu forschungspraktischen Fragen und kritisieren deshalb die Praxisferne der Methodenausbildung. Dieses Defizit trägt dazu bei, dass sowohl Studierende in ihren empirischen Abschlussarbeiten als auch wissenschaftliche Kräfte in Forschungsprojekten plötzlich vor zahlreichen forschungspraktischen Fragen und Problemen stehen, die sie weitgehend unvorbereitet zu lösen haben. An dieser Stelle setzt die Bochumer Summer School 2016 Empirische Sozial­forschung an: Mit den Workshops sollen die grundlegenden Arbeitsschritte empirischer Sozialforschung quantitativer und qualitativer Art in einer dezidiert forschungspraxisorientierten Weise behandelt werden.
https://www.ew.uni-hamburg.de/service/methoden/files/bochumer-summer-school-2016.pdf

5th GESIS Summer School in Survey Methodology, 4.8. – 26. 8. 2016, Köln.

The GESiS Summer School in Survey Methodology offers high quality training in state of the art techniques and methods of survey research. It aims to:
• give a broad overview of survey methods;
• equip participants with essential skills in the design, planning, execution, documentation and quality assurance of surveys;
• provide an opportunity to deeply engage with the different tasks of survey design and implementation (such as questionnaire design, sampling, nonresponse and fieldwork monitoring), different survey modes (such as personal interviews, web surveys, and mixed-mode), and research designs involving surveys (such as mixed methods, factorial surveys, longitudinal surveys and cross-national surveys);
• provide participants with good networking opportunities, a supportive social environment, and an exciting time in cologne.                                                                                                                  ➔https://training.gesis.org/?site=pDetails&pID=0xE0E4DC99EFF5E0458CC7BD2273C34ADE

Methodenseminar, 11. 7.–29. 7. 2016, Köln.

Das GESiS-Methodenseminar richtet sich an graduierte aus den Sozial- und Geisteswissenschaften sowie aus benachbarten Bereichen. Es vermittelt forschungsbasiert und praxisnah Grundlagenwissen und -fertigkeiten im Umgang mit quantitativen Forschungsdaten.
Die einzelnen Kurse sind aufeinander abgestimmt, „in sich geschlossen“ und können separat gebucht werden. Die Module des Methodenseminars werden teils virtuell im Internet, teils am GESiS-Standort Köln durchgeführt. Die Basismodule vermitteln Grundlagen in Forschungsmethoden der historischen Sozialforschung, des Text Mining und der uni- und bivariaten Statistik. Die Aufbaumodule vermitteln Theorie und Anwendung grundlegender Verfahren der multivariaten Datenanalyse. Der Lernstoff wird theorieorientiert vermittelt und in Übungen am Rechner anhand exemplarischer empirischer Fragestellungen vertieft. Zu allen Modulen gibt es vorab eine betreute Online-Phase als Propädeutikum, der Schwerpunkt vor Ort liegt auf praktischen Übungen im Pc-Pool.                                                                                          ➔https://training.gesis.org/?site=pDetails&pID=0xD063280F72F6BD429D8932E07B63FA5A

Qualitative Interviews – Theorie und Praxis, 01.08 – 2.8. 2016, Mannheim.

Im Rahmen des Workshops soll in Theorie und Praxis qualitativer Interviews als wesentliche sozialwissenschaftliche Erhebungsinstrumente eingeführt werden. Im Zentrum des Workshops stehen zum einen der Überblick über gängige Interview-Verfahren und deren Einbettung in Konzepte der Gesprächsführung und in Narrationstheorien; zudem werden Fragen des Datenschutzes, angemessener Transkription/Datenaufbereitung und Archivierung diskutiert. Den zweiten Schwerpunkt des Workshops bilden Übungen zur Leitfadenentwicklung und Interviewführung (mit Videofeedback). Materialien (Interviewleitfäden etc.) der Teilnehmenden werden gerne berücksichtigt und besprochen. Voraussetzungen: Zentrale Merkmale qualitativer Forschung werden als Ordnungsrahmen synoptisch vorangestellt; Grundkenntnisse eines qualitativen Forschungsstils sollten aber bestehen. Dozent(en): Prof. Dr. Günter Mey, Paul Sebastian Ruppel
https://training.gesis.org/?site=pDetails&child=full&pID=0x1DE8E62E01ACEF48B5511345B1F525FA

Topic Modeling in den Sozialwissenschaften, 19.09 – 20.9. 2016, Köln.

Der Workshop vertieft Aspekte des Basismodul II „Text Mining mit R“, insbesondere im Hinblick auf die Anwendung von Topic Modeling für sozialwissenschaftliche Studien. Topic Models bieten die Möglichkeit datengetrieben thematische Zusammenhänge in Dokument-Kollektionen automatisch zu erkennen. Auf Basis der Beobachtung des gemeinsamen Vorkommen von Worten innerhalb von Dokumenten werden mit Hilfe komplexer statistischer Inferenzverfahren latente semantische Cluster identifiziert, mit denen sich Inhalte in großen Textmengen beschreiben und analysieren lassen. Der Workshop geht auf Anwendungsmöglichkeiten und Best Practices von Topic Modellen für sozialwissenschaftliche Forschungszwecke ein. Behandelt werden die Themen Modell-Selektion und -Evaluation, insbesondere im Hinblick auf Validität, Interpretierbarkeit und Reliabilität. Zusätzlich werden Möglichkeiten des Einflusses von bestimmten Vorverarbeitungsschritten, z. B. Vokabularfilterung mittels PoS-Tagging, und Möglichkeiten zur Visualisierung von Topic Modellen behandelt. Für den Kurs werden Übungsskripte in R bereitgestellt, mit denen die vorgestellten Verfahren praktisch nachvollzogen werden können. Dozent(en): Dr. Andreas Niekler, Gregor Wiedemann ➔https://training.gesis.org/?site=pDetails&child=full&pID=0xAA34B91E96F9534A84014FAA808C93E7

Call for Papers

„Eastern Europe’s New Conservatives: Varieties and Explanations from Poland to Russia“, Freie Universität Berlin, Osteuropa-Institut, Abteilung Soziologie Osteuropas.

Please send us abstracts of up to 600 words to Katharina.Bluhm@fu-berlin.de  or Mihai.Varga@fu-berlin.de  by July 15, 2016. The paper-based conference will be scheduled for two days on February 9 and 10, 2017 at the institute for East European Studies of the Freie Universität Berlin. The conference language will be english. Travel and accommodation costs for invited speakers will be covered on the usual academic terms by the organizers of the conference. A collection of the papers will be published by a renowned publishing house.
http://www.oei.fu-berlin.de/soziologie/media/Bilder-Neuerscheinungen/Conference-Call-for-Papers.pdf

Profitieren Kinder mit Migrationshintergrund von pädagogischen Fachkräften mit Migrationshintergrund?
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