Heft 3, Jg. 68, 2016

Abhandlungen

Das Rätsel der Retraditionalisierung – Zur Verweiblichung von Elternschaft in
Geburtsvorbereitungskursen

Marion Müller · Nicole Zillien
KZfSS, 68, 2016: 409–433

Zusammenfassung: Der Beitrag fragt nach der Bedeutung des soziologisch bisher weitgehend unbeachteten Geburtsvorbereitungskurses für die Ausbildung einer Geschlechter-differenzierenden Arbeitsteilung innerhalb von Paarbeziehungen. Die historische Entwicklung des noch recht jungen Kursangebotes zeigt, dass dieses in der Tradition einer wesentlich älteren Form institutionalisierter Müttererziehung steht, deren primäres Ziel die geschlechterdifferenzierende Zuweisung der Kinderversorgung war. Eine explorative ethnographische Untersuchung der Kurse in Kombination mit einer inhaltsanalytischen Auswertung von Lehr-, Informations- und Werbematerial von Hebammen belegt, dass die heutigen Geburtsvorbereitungskurse durch ihre Ausgestaltung Geschlechterdifferenzen hervorheben, diese weiterhin mit geschlechterdifferenzierenden Zuschreibungen häuslicher Arbeit koppeln und durch eine wissenschaftlich gestützte Naturalisierung legitimieren. Geburtsvorbereitungskurse bahnen demnach bereits in der pränatalen Phase eine geschlechterdifferenzierende Arbeitsteilung an und lassen sich deshalb als Institutionen der Retraditionalisierung interpretieren.

Schlüsselwörter: Geschlechterordnung · Retraditionalisierung familiale · Häusliche Arbeitsteilung · Geburtsvorbereitung · Soziologie der Schwangerschaft und Geburt

The feminization of parenthood: about the traditionalizing effects of prenatal classes

Abstract: Our paper examines the significance of prenatal classes for the formation of a gendered division of labour. We argue that prenatal classes, which have hitherto largely been disregarded in sociological research, stand in the tradition of a substantially older form of institutionalized mother schooling, whose primary goal was the gendered assignment of childcare. Using explorative observations and content analysis as research methods we find that in recent prenatal classes gender differences are highlighted through the class structure, interconnected with gendered attributions of domestic labour, and legitimized through a process of scientifically supported naturalization. Thus, our ethnographic analysis shows that prenatal classes introduce and support the notion of a gendered division of labour and thereby function as institutions of re-traditionalization.

Keywords: Re-traditionalization · Gendered division of labor · Prenatal class · Sociology of pregnancy and birth

Marion Müller
Institut für Soziologie, Universität Tübingen
Wilhelmstr. 36, 72074 Tübingen, Deutschland
E-Mail: marion.mueller@uni-tuebingen.de

Nicole Zillien
FB IV – Soziologie, Universität Trier
54286 Trier, Deutschland
E-Mail: nzillien@uni-trier.de

Stabilität und Wandel der nationalen Identität in der deutschen Bevölkerung

Matthias Mader
KZfSS, 68, 2016: 435–456

Zusammenfassung: Dieser Beitrag untersucht die Bedeutungsdimension nationaler Identität in Deutschland zu drei Zeitpunkten. Unter Verwendung gruppenvergleichender konfirmatorischer Faktorenanalysen werden auf Grundlage der ISSP-Module zur nationalen Identität aus den Jahren 1995, 2004 und 2014, indivdueller patriotischer Nationalstolz, völkisch-kulturalistische Haltungen und Chauvinismus als distinkte Dimensionen der Identitäten der Deutschen identifiziert. 1995 korrelieren diese noch deutlich stärker als 2004 und 2014. Explorative latente Klassenanalysen zeigen sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in den Ausprägungskombinationen, die die Deutschen zu den drei Zeitpunkten auf den drei Dimensionen aufweisen. Wir diskutieren die Implikationen dieser Befunde sowohl für die Konzeptualisierung und Messung nationaler Identitäten als auch für den Wandel des Verhältnisses der Bevölkerung zu Deutschland im Untersuchungszeitraum.

Schlüsselwörter: Deutschland · Nationale Identität · Konfirmatorische Faktorenanalyse · Latente Klassenanalyse

Continuity and change of national identity in the German public

Abstract: In this article we study the content dimension of German national identity at three points in time. We run multigroup confirmatory factor analyses with data from the ISSP odules on national identity to demonstrate that in 1995, 2004, and 2014 three distinct latent dimensions can be identified in the meaning Germans attach to their nation, namely civic pride, ethno-culturalism, and chauvinism. These dimensions correlate substantially higher in 1995 than in 2004 and 2014. Exploratory latent class analyses show both continuity and change in the  combination of positions citizens manifest on these dimensions. We discuss the implications of these findings for the conceptualization and measurement of national identities as well as for the development of German citizens’ relationship to their nation in the period studied.

Keywords:  Germany · National identity · Confirmatory factor analysis · Latent class analysis

Matthias Mader
Lehrstuhl für Politische Wissenschaft, Politische Psychologie, Universität Mannheim
Seminargebäude A5, 6, 68131 Mannheim, Deutschland
E-Mail: matthias.mader@uni-mannheim.de

Wie wirken „Subkulturen der Gewalt“? Das Zusammenspiel von Internalisierung und Verbreitung gewaltlegitimierender Normen in der Erklärung von Jugendgewalt

Harald Beier
KZfSS, 68, 2016: 457–485

Zusammenfassung: Sowohl die Internalisierung als auch die soziale Verbreitung gewaltlegitimierender Normen sind empirisch mit Gewalthandeln verknüpft. Die genauen handlungstheoretischen Prozesse, über die gewaltlegitimierende Normen handlungsleitend werden, sind jedoch bislang nicht geklärt. Ausgehend von sozialpsychologischer, ethnologischer und soziologischer Forschung zu gewalttätigen Subkulturen werden zum einen die Befolgung internalisierter Normen und zum anderen Statusabwägungen als relevante handlungsleitende Prozesse identifiziert und mit Hilfe des Modells der Frame-Selektion in ein allgemeines handlungstheoretisches Modell integriert. Zum Test der abgeleiteten Hypothesen werden Daten zu Gewaltintentionen und Responsezeiten eines faktoriellen Surveys analysiert, die im Rahmen einer Schülerbefragung (N=2635) erhoben wurden. Die Ergebnisse von Multilevel-Modellen bestätigen das erwartete interaktive Zusammenspiel der individuellen Internalisierung gewaltlegitimierender Normen, der sozialen Verbreitung gewaltlegitimierender Normen sowie des Provokationsgrades einer Situation in der Erklärung selbstberichteter Gewaltintentionen und der Antwortgeschwindigkeit der Befragten.

Schlüsselwörter: Subkultur der Gewalt · Status · Modell der Frame-Selektion · Provokation · Faktorieller Survey/Vignettenanalyse · Antwortlatenz/Responsezeiten

How do “Subcultures of Violence” lead to violence? The interplay of internalization and prevalence of norms legitimizing violence in the explanation of youth violence

Abstract: Both the internalization and the prevalence of violence-legitimizing norms are empirically related to acts of violence. The action-theoretic processes, though, that generate these relationships are not well understood. Based on subcultural approaches to violence formulated in social psychology, ethnology and sociology the current study identifies two action-theoretic processes that relate violence-legitimizing norms to acts of violence: conforming to internalized norms in applicable situations on the one hand; and status considerations on the other hand. The model of frame selection is applied to integrate these processes into a general theory of action. Hypotheses are tested using data from a school-based survey in Germany (N=2635). Multi-level regression models on measures of violent intentions in a factorial survey, as well as on response times to this factorial survey, are reported. The results confirm the expected interplay of internalization of violence-legitimizing norms, prevalence of these norms, and situational provocation in explaining violent intentions and the time respondents needed to answer the factorial survey.

Keywords: Subculture of Violence · Status · Model of Frame Selection · Provocation · Factorial Survey · Response Latency/Response Time

Harald Beier
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln
Albertus-Magnus-Platz, 50923 Köln, Deutschland
E-Mail: harald.beier@uni-koeln.de

Mehr Kinderlose oder weniger Kinderreiche? Eine Dekomposition der demografischen Treiber in unterschiedlichen Phasen des Geburtenrückgangs in Deutschland

Martin Bujard · Harun Sulak
KZfSS, 68, 2016: 487–514

Zusammenfassung: Der Rückgang der Kohortenfertilität im Zuge des zweiten demografischen Übergangs wird vor allem durch den Anstieg der Kinderlosigkeit und den Rückgang des Kinderreichtums verursacht. Welcher dieser Effekte in Deutschland stärker ist, war in der Literatur lange umstritten. Eine exakte Quantifizierung der einzelnen Effekte steht noch aus. In dieser Arbeit wird eine Dekompositionsmethode entwickelt, mit der sich die Stärke der einzelnen demografischen Treiber für den Vergleich zwischen zwei endgültigen Kohortenfertilitätsraten (CTFR) berechnen lässt. Diese Methode wird für den Vergleich der deutschen CTFR für die Jahrgänge 1933–1968, zwischen denen der zweite Geburtenrückgang stattgefunden hat, angewendet. Es wird nach Zwischenphasen und Regionen differenziert. Der Geburtenrückgang lässt sich in vier Komponenten aufteilen: Veränderungen der Kinderlosigkeit und des Kinderreichtums, ein Interaktionseffekt und eine veränderte Relation der Paritäten 1 und 2. Der Effekt der zunehmenden Kinderlosigkeit auf den gesamten CTFR-Rückgang Deutschlands beträgt 25,9%, der der Abnahme des Kinderreichtums 68,0% und der Interaktionseffekt 6,1%. Die Relation der Paritäten 1 und 2 hat sich kaum verändert. Dahinter verbergen sich allerdings zwei völlig unterschiedliche Phasen: Zunächst war ausschließlich der Rückgang kinderreicher Frauen verantwortlich, seit der Kohorte 1947 zu zwei Dritteln die zunehmende Kinderlosigkeit. Die Befunde sind für Theorien des Geburtenrückgangs relevant, da sich Erklärungen der zunehmenden Kinderlosigkeit von solchen des Rückgangs höherer Paritäten deutlich unterscheiden.

Schlüsselwörter: Fertilität · Dekomposition · Geburten · Geburtenrückgang · Kinderlosigkeit · Mehrkindfamilie · Demografie

Increasing childlessness or fewer families with many children? A decomposition of demographic driving forces for different periods of Germany’s fertility decline

Abstract: The decline of fertility in the course of the Second Demographic Transition is mainly caused by both an increase in childlessness and a decline of large families (three or more births). Which of these effects are stronger in Germany has been contested for a long time. An exact quantification of the particular effects is still missing. In this paper we develop a decomposition method which allows calculating the effects of the particular parity changes between cohort total fertility rates (CTFR) of different cohorts. This method is applied in order to compare German CTFRs for the cohorts the fertility decline occurred in, namely the cohorts between 1933 and 1968. The analyses are differentiated by regions and periods. The CTFR decline can be separated into four components: increasing childlessness, decreasing shares of higher order births (3+), a combined effect and a changing relation of first and second births. In Germany, the effect of the increasing childlessness accounts for 25.9 per cent of the CTFR decline, the decreasing higher order births for 68.0 per cent and the combined effect for 6.1 per cent. The relation of first and second births changed only marginally. Remarkably, these figures are based on two entirely different periods: The CTFR decline between the cohorts of 1933 and 1947 is solely based on the decline of women with three or more children. However, two thirds of the CTFR decline since 1947 is caused by an increasing childlessness. The results are relevant for fertility theories because increasing childlessness and decreasing higher order births have different reasons.

Keywords: Fertility · Decomposition · Birth rate · Birth decline · Childlessness · Large families · Demography · Germany

Martin Bujard
FB 1 – Familie und Fertilität, Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
Friedrich-Ebert-Allee 4, 65185 Wiesbaden, Deutschland
E-Mail: Martin.Bujard@bib.bund.de

Harun Sulak
E-Mail: Harun.Sulak@bib.bund.de

Ausstiegsstrategien in Eigenverantwortung. Eine handlungstheoretische Analyse der Strategien von Aufstocker-Familien

Anne Schröter · Irene Dingeldey

KZfSS, 68, 2016: 515–539

Zusammenfassung: Das Zweite Sozialgesetzbuch (SGB II) fordert explizit die Eigenverantwortung von ALG II-Leistungsbeziehenden, um die Hilfebedürftigkeit zu überwinden.Wie diese Eigenverantwortung seitens der Leistungsbeziehenden zu gestalten ist, und welche Förderung sie erfahren, bleibt jedoch weitestgehend offen. Besonders für Familien, die ein vorhandenes Erwerbseinkommen mit den Leistungen des SGB II aufstocken, bedeutet dies, dass sie neben den Anforderungen der bereits bestehenden Erwerbstätigkeit auch den in der Aktivierungspolitik verankerten Ansprüchen genügen und zugleich bestehende Sorge- und Erziehungsarrangements prospektiv mit einer veränderten Erwerbsteilhabe koordinieren müssen.Welche Strategien Familien unter diesen Bedingungen entwickeln, wird auf Basis eines handlungstheoretischen Modells identifiziert. Anhand der Analyse qualitativer Interviews wird deutlich, dass Familien eine fehlende Förderung durch die Arbeitsverwaltung wahrnehmen. Gleichwohl planen einige Familien ihren Ausstieg „aktiv“, indem eine umfassende Koordination und Anpassung verschiedener Handlungskontexte erfolgt. Andere Familien sind strategiesuchend oder richten ihre Strategien eher auf die Sicherung des erreichten Status aus. Aus diesen Ergebnissen sind eine Umorientierung hin zu einer stärker ganzheitlichen Beratung und prozessorientierten Eingliederung in den Arbeitsmarkt abzuleiten.

Schlüsselwörter: ALG II-Leistungsbezug · Familie · Arbeitsmarktpolitik · Handlungstheorie

Self-Responsibility for Exit-Strategies An action-theoretical analysis of working families’ strategies  receiving unemployment benefit

Abstract: The German social security code (SGB II) explicitly demands self-responsibility of people receiving long term unemployment benefits (ALG II) to overcome the need for help. However, it is not sufficiently defined how this responsibility is to be practiced and what kind of assistance those people can expect. Especially families whose earned income is supplemented by ALG II not only have to meet the demands of employment but also the requirements of an activating labour market policy. At the same time, they have to coordinate duties of care and education with a prospectively changed labour market participation. In this article, an action-theory based model is employed to identify the strategies of families under these conditions. It becomes increasingly clear that families perceive a lack of assistance by the labour administration. Nevertheless, by thoroughly coordinating and adjusting different contexts of action, some families ‘actively’ plan to overcome their dependence on social benefits. Other families are strategy-seeking or choose to retain their achieved status. Based on these insights, we deduce a reorientation towards a more holistic counseling and process-oriented labour market integration.

Keywords:  Unemployment benefit · Family · Labour market policy · Action theory

Anne Schröter
Institut für Soziologie, Universität Bremen
Mary-Somerville-Str. 9, 28359 Bremen, Deutschland
E-Mail: aschroeter@uni-bremen.de

Irene Dingeldey
Institut für Arbeit und Wirtschaft, Universität Bremen
Postfach 330440, 28334 Bremen, Deutschland
E-Mail: dingeldey@uni-bremen.de

Berichte und Diskussionen

Gentrifikation in zwei Wohngebieten von Köln

Jörg Blasius · Jürgen Friedrichs · Heiko Rühl

KZfSS, 68, 2016: 541-559

Zusammenfassung: Wir untersuchen den Prozess der Gentrifikation in den Kölner Wohngebieten Deutz und Mülheim. Die theoretische Grundlage der Studie ist ein Phasenmodell der Gentrifikation, in dem einzelnen Phasen Indikatoren, deren Ausprägungen und Hypothesen zugeordnet werden. Die Hypothesen beziehen sich auf die Veränderungen der Sozialstruktur, der Mieten und der räumlichen Verteilung der Gruppen der „Pioniere“, „Gentrifier“ und „Anderen“. Des Weiteren testen wir die Annahme, dass sich beide Gebiete in unterschiedlichen Phasen der Gentrifikation befinden. Wir verwenden eine innovative Methode: ein Wohnungspanel mit bislang drei Wellen. Die Stichprobe besteht aus 1009 Befragten in der ersten, 878 in der zweiten und 810 in der dritten Welle. Die standardisierte Befragung erfolgte face-to-face. Die wichtigsten Befunde der Studie belegen, dass die Zahl der Gentrifier zunimmt,
sie die höchsten Mieten zahlen, sich in Deutz die Gentrifier räumlich weiter ausbreiten und sich fast alle der aus dem Phasenmodell abgeleiteten Hypothesen bewähren. Wie vermutet befindet sich Deutz auch in einer weiter fortgeschrittenen Phase des Gentrifikation-Prozesses. Die Ergebnisse entsprechen weitgehend denen, die für Großstädte in anderen westlichen Ländern berichtet werden, allerdings mit einer geringeren Geschwindigkeit.

Schlüsselwörter: Gentrifikation · Phasenmodell · Wohnungspanel · Pioniere · Gentrifier

Gentrification in two residential areas of Cologne

Abstract: We examine the process of Gentrification in two residential areas of Cologne, Germany: Deutz and Mülheim. The theory underlying the study is a phase (or stage) model of Gentrification in which indicators and their values are attributed to each phase. The hypotheses derived from the model pertain to changes in the social structure, rents and the spatial distribution of social groups such as “pioneers”, “gentrifiers” and “others”. We further assume both areas to be in different phases of Gentrification. The empirical study uses an innovative method: a dwelling panel with three waves and standardised face-to-face interviews. The sample size of the first wave was 1009 respondents, 878 in the second, and the third wave amounted to 810. The main results obtained were that almost all hypotheses derived from the phase model were supported, i. e., the number of gentrifiers increases, they pay the highest rents, gentrifiers are more and more dispersed over Deutz, and Deutz is in a later phase than Mülheim. Thus, the process in these two German residential areas follows the sequence known from the international literature, but at a slower pace.

Keywords:  Gentrification · Phase model · Dwelling panel · Neighbourhoods · Gentrifiers

Jörg Blasius
Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie, Universität Bonn
Lennestr. 27, 53113 Bonn, Deutschland
E-Mail: jblasius@uni-bonn.de

Jürgen Friedrichs · Heiko Rühl
Institut für Soziologie und Sozialpsychologie, Universität zu Köln
Greinstr. 2, 50939 Köln, Deutschland
E-Mail: friedrichs@wiso.uni-koeln.de  · ruehl@wiso.uni-koeln.de

Literaturbesprechungen

Sozialphilosophie

  • Höffe, Otfried: Kritik der Freiheit. Das Grundproblem der Moderne. (Stephan Zimmermann)

Simulation

  • Braun, Norman, und Nicole J. Saam: Handbuch Modellbildung und Simulation
    in den Sozialwissenschaften. (Dirk Fabricius)
  • Lenhard, Johannes: Mit allem rechnen – Zur Philosophie der Computersimulation.
  • Balzer, Wolfgang, Daniela Kurzawe, und Klaus Manhart: Künstliche Gesellschaften
    mit PROLOG – Grundlagen sozialer Simulation.

Politische Soziologie

  • Müller, Jan-Werner: Was ist Populismus? Ein Essay. (Christian Nestler)

Arbeitssoziologie

  • Schütt, Petra: „Security First“. Erwerbslose im Spannungsfeld zwischen Hilfebezug
    und prekärem Arbeitsmarkt. (Peter Bleses)

Paarsoziologie

  • Schmidt, Christina: Was hat langjährige Ehen zusammengehalten? Familie und
    Gesellschaft 32, (Johannes Stauder)

Hochschulsoziologie

  •  Burkhardt, Anke, und Sigrun Nickel. Hrsg.: Die Juniorprofessur. Neue und alte
    Qualifikationswege im Vergleich. (Jens Pöppelbuß · Stephan Scherneck · Felix Krahmer)

Stadtsoziologie

  • Flade, Antje (Hrsg.): Stadt und Gesellschaft im Fokus aktueller Stadtforschung. Konzepte-Herausforderungen-Perspektiven. (Heike Delitz)

Nachrichten und Mitteilungen

Ankündigungen

Autorenworkshop des FDZ ALLBUS 2016 Köln, 6.–7. Oktober 2016

Das Forschungsdatenzentrum ALLBUS lädt ein zum Autorenworkshop 2016 am 6.–7. Oktober in Köln. Die Konferenz bietet ALLBUS-Nutzern die Möglichkeit, ihre laufenden Arbeiten zu präsentieren und diese gemeinsam zu präsentieren. Darüber hinaus soll die Tagung ein Forum für den Erfahrungsaustausch der Datennutzenden untereinander bieten. Es können Beiträge aus allen Arbeitsgebieten eingereicht werden, die anhand von ALLBUS-Daten analysiert werden können. Da mit den ALLBUS-Daten gegenwärtig ein Zeitraum von über 30 Jahren abgedeckt wird (1980–2014) sind Zeitvergleiche und Analysen zum sozialen Wandel besonders willkommen. Ebenfalls begrüßt werden Beiträge zu den jüngeren Schwerpunktthemen soziale Ungleichheit, Freizeitverhalten, Gesundheit, Religion und Weltanschauung sowie methodische Beiträge. Es ist geplant, die diskutierten Beiträge nach der Konferenz gebündelt zu veröffentlichen, etwa in Form eines hochwertigen Sammelbandes oder als Special lssue einer Zeitschrift.
http://www.gesis.org/fileadmin/upload/dienstleistung/daten/umfragedaten/allbus/dokumente/CfP_ALLBUS_Workshop2016.pdf

Animal Encounters: Mensch-Tier-Kontakte in Kunst, Literatur, Kultur und Wissenschaft, Internationale Tagung an der Universität Erlangen-Nürnberg, Department für Germanistik und Komparatistik, 25.–27. November 2016

Die Thematik der Konferenz ist offen für Beiträge aus Literatur-, Geschichts-, Bild-, Film-, Medien- und Musikwissenschaften bis zu Tierphilosophie und Tiertheorie, die sich mit kulturellen, sozialen und historischen Manifestationen und Praktiken beschäftigen, die mit einem emphatischen Verständnis von ‚Begegnungen‘ gelesen werden können und nach der Struktur, Möglichkeit und Bedeutung von Begegnungen zwischen Menschen und Tieren fragen. Die Konferenz wird von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Kooperation mit der Hochschule für Musik Nürnberg und Minding Animals International Incorporated veranstaltet und wird organisiert von Alexandra Böhm und Jessica Ullrich. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.
Hauptredner: Lori Gruen (Wesleyan University, Middletown CT), Roland Borgards
(Julius-Maximilians-Universität Würzburg)
http://arthist.net/archive/12284

Call for Papers

Prekarisierung Unbound? Zum gegenwärtigen Stand der Prekarisierungsforschung aus interdisziplinärer Perspektive, 2.–3. März 2017, Humboldt-Universität zu Berlin

Die Tagung möchte möglichst breit aktuelle Forschungen im Themenfeld „Prekarisierung“ versammeln. Erwünscht sind theoretische und/oder empirische – qualitative und/oder quantitative – Beiträge aus verschiedenen Disziplinen. Hierfür erbitten wir abstracts (maximal eine Seite) an alle vier Organisator/innen. Deadline: 15. September 2016.

Organisation: Dr. Mona Motakef, Prof. Dr. Christine Wimbauer, Prof. Dr. Johannes Giesecke Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin
Dr. Gabi Jähnert, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterforschung, Humboldt Universität zu Berlin
http://www.oei.fu-berlin.de/soziologie/media/Bilder-Neuerscheinungen/ Conference-Call-for-Papers.pdf

SOEP-Innovation Sample (SOEP-IS) – Call for Proposals. Deadline for submissions: November 30, 2016

Social scientist are invited to submit proposals for the next round of the SOEP Innovation Sample (SOEP-IS). For those not yet familiar with SOEP-IS, this unique innovation sample offers great potential as a source of household micro-data, particularly for researchers seeking information that is not available in SOEP-Core – for example, specific information on households or on people’s opinions. SOEP-IS can accommodate not only short-term experiments but also longer-term survey modules that are not suitable for SOEP-Core, whether because the survey instruments are still relatively new or because of the specific issues dealt with in the research. Up to now, the SOEP-IS has included (complex) economic behavioral experiments, Implicit Association Tests (IAT ), and complex procedures to measure time use (Day Reconstruction Method, DRM). The SOEP-IS was launched in 2011, and each year since then, researchers at universities and research institutes worldwide have been invited to submit proposals for inclusion in the subsequent year’s survey. A competitive referee process is conducted to select the “best” research questions and operationalizations for implementation in
the SOEP-IS. The SOEP Research Data Center (SOEP-FDZ) distributes the SOEP-IS data to external users as an independent dataset. Data from SOEP-IS modules are provided exclusively to the researchers who submitted the respective proposals for an initial 12-month period. After this embargo has ended, the data are released to the entire SOEP user community for secondary
analysis. In 2015, almost 5,500 people in nearly 3,500 households participated in the SOEP- IS. Many of these women and men have been answering SOEP-Core questions since 1998 as part of a SOEP-Core boost sample, while others joined in 2009. These individuals provide a wealth of longitudinal data to the SOEP-IS. As a new technical feature, the 2014 SOEP-IS premiered the use of 111 smart phones for data collection using the Experience Sampling Method (ESM). If you have an idea for using ESM in the SOEP-IS, please contact us for details. Applications should be submitted in English to ➔ www.diw.de/soep-is

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